Glossar

A

Adipositas

Fettleibigkeit, Fettsucht. Das Körperfett ist über das normale Maß hinaus stark vermehrt und führt zu krankhaften Effekten. Nach WHO-Definition spricht man von Adipositas, wenn der Körpermasseindex (BMI) bei 30 kg/m² oder darüber liegt.

Allergen

Auslöser einer allergischen Reaktion. Proteine, z. B. von Pollen oder Nahrungsmitteln, werden vom Immunsystem als „fremd“ erkannt. Es kommt zu einer Immunreaktion.

Allergie

Eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen fremde, normalerweise harmlose Stoffe. Man unterscheidet die Sofort-Allergie (Typ I), die in Sekunden bis Minuten auftritt und die verzögerte Allergie (Typ III), die sich erst Stunden bis Tage nach der Aufnahme des Fremdstoffs (z. B. Nahrungsmittel) bemerkbar macht.

Allergie Typ I

Allergie vom Sofort-Typ; wird durch IgE vermittelt. Histamin wird freigesetzt. Dies führt im Körper zu den typischen allergischen Reaktionen, die sofort nach dem Verzehr des Nahrungsmittels eintreten.

Allergie Typ III

Allergie vom verzögerten Typ; wird durch IgG vermittelt. Es kommt zu Entzündungen im Körper, die zeitverzögert zu Beschwerden führen.

Allgemeinreaktion

Reaktion, die nicht direkt an der Stelle auftritt, an der es zum Allergenkontakt gekommen ist.

Anaphylaxie

Schwere allergische Reaktion, die auch Organe oder den ganzen Körper betreffen kann. Im schlimmsten Fall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der tödlich sein kann.

Antiallergikum

Antiallergisches Medikament, beugt allergischen Symptomen vor oder schwächt sie ab.

Antigen

Substanz, die vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und mit einer Immunreaktion bekämpft wird.

Antihistaminikum

Medikament gegen Allergien, das die Histaminwirkung blockiert.

Antikörper

Immunglobulin, Abwehrstoff im Blutserum.

Asthma bronchiale

Chronisch entzündliche Erkrankung der Bronchien, die zu Verengung der Atemwege führt (anfallsweise).

Atopie

Veranlagung zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf an sich harmlose Stoffe.

Atopische Dermatitis

Atopisches Ekzem, Neurodermitis. Chronische Hautkrankheit, nicht ansteckend, die zu den atopischen Erkrankungen gehört. Typische Merkmale: Starker Juckreiz und rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut.

Atopische Erkrankungen

Hierzu zählen u. a. Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen.

Autoimmunerkrankungen

Bei diesen Erkrankungen bewertet das Immunsystem körpereigenes Gewebe als fremd und bekämpft es.

B

Biogene Amine

Biogene Amine (Histamin, Tyramin, Phenylamin und Serotonin) kommen in verschiedenen Nahrungsmitteln von Natur aus vor und sind für den Körper lebensnotwendig. Bei empfindlichen Personen kann es nach zu hoher Aufnahme über die Nahrung zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen.

C

Cluster-Kopfschmerz

Primäre Kopfschmerzerkrankung, die sich durch streng einseitig auftretende Attacken im Bereich von Schläfe und Auge äußert. Kopfschmerzen von stärkster Intensität, episodisches Auftreten.

D

Dermatitis

 Entzündung der Haut.

E

Ekzem

Entzündung der Haut, oft verbunden mit starkem Juckreiz.

Eliminationsdiät

Nahrungsmittel, die unter dem Verdacht stehen, eine allergische Reaktion oder Unverträglichkeit auszulösen, werden für eine gewisse Zeit vom Speiseplan gestrichen. Bessern sich daraufhin die Beschwerden, sind Nahrungsmittel vermutlich ein Auslöser. Bei der anschließenden Provokation werden die Nahrungsmittel nacheinander wieder eingeführt. Es wird beobachtet, ob und bei welchem Nahrungsmittel die Beschwerden wieder auftreten.

Epikutantest

Zum Nachweis von Kontaktallergien werden mögliche Allergie-Auslöser auf die Haut gebracht und beobachtet, ob sie eine Reaktion hervorrufen.

F

Fruktose-Malabsorption

Der Transport der Fruktose vom Darm in die Blutbahn ist gestört, so dass der Fruchtzucker im Dünndarm nur begrenzt aufgenommen wird. Durch die unvollständige Aufnahme gelangt der Zucker in die tieferen Darmabschnitte, wo er vor allem Beschwerden wie Blähungen und Durchfall auslöst. Nicht zu verwechseln mit der erblichen Fruktose-Intoleranz.

G

Gen

Erbanlage.

Gliadin

Klebereiweiß in glutenhaltigem Getreide.

Glucocorticoide

Hormone, die eine starke anti-entzündliche und anti-allergische Wirkung haben; werden in der Nebenniere gebildet.

Gluten

Oberbegriff für „Klebereiweiß“, das z. B. in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt.

H

Histamin

Spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen; wichtiger Botenstoff bei Entzündungsreaktionen.

Histamin-Intoleranz

Histamin-Unverträglichkeit. Das mit der Nahrung aufgenommene Histamin kann durch eine fehlende oder verringerte Aktivität des histaminabbauenden Enzyms Diaminooxidase (DAO) nicht vollständig abgebaut werden und löst allergieähnliche Reaktionen aus. Wichtigste Symptome: Migräne, Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Probleme, Herzjagen, niedriger Blutdruck, Regelschmerzen, Schnupfen, trockene Nase, Hautjucken, Hautrötungen.

Hypoallergen

 „Wenig sensibilisierend“, die Fähigkeit Allergien auszulösen, ist reduziert.

Hyposensibilisierung

Ein Allergen wird dem Körper in steigender Dosierung zugeführt, um den Körper daran zu gewöhnen.

I

IgE

Immunglobulin E, eine spezielle Klasse von Antikörpern, die bei Sofort-Allergien eine Rolle spielt.

IgG

Immunglobulin G, eine spezielle Klasse von Antikörpern, die bei der verzögerten Nahrungsmittelallergie eine Rolle spielt.

Immunglobulin

Eiweiße, die fremde Eiweiße an sich binden, damit unschädlich machen und der Zerstörung durch das Immunsystem zuführen. Man unterscheidet folgende Klassen: IgG, IgM, IgA, IgD und IgE. IgG und IgE können in einem Bluttest nachgewiesen werden und weisen auf eine Sofort-Allergie (IgE) oder verzögerte Allergie (IgG) hin.

Immunsystem

Abwehrsystem des Körpers, schützt vor Krankheitserregern. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem fälschlicherweise auf an sich harmlose Substanzen.

Inhalation

Einatmen von gasförmigen Stoffen, zerstäubten Flüssigkeiten.

Intoleranz

Unverträglichkeitsreaktion ohne Beteiligung des Immunsystems.

K

Komplementsystem

Teil der unspezifischen, angeborenen Immunabwehr, die innerhalb von Minuten stattfindet.

Kontaktallergie

Durch direkten Kontakt der Haut mit dem Allergen wird eine allergische Reaktion ausgelöst.

Kortison

Siehe Glucocorticoide.

Kreuzallergie

Allergie auf verschiedene Allergieauslöser, die eine ähnliche oder die gleiche Struktur haben.

L

Laktose-Intoleranz

Milchzucker-Unverträglichkeit als Folge von fehlender oder verminderter Produktion des Enzyms Laktase, welches Milchzucker spaltet und so verdaulich macht. Wichtigste Symptome: Bauchschmerzen, Blähungen, Koliken, Völlegefühl, Übelkeit oder Durchfälle. 

Lokalreaktion

Örtliche Reaktion. 

M

Mastzellen

Zellen, die Histamin und andere Botenstoffe enthalten.

Mediatoren

Botenstoffe, die vom Körper gebildet werden und zur Signalübermittlung dienen. Bei einer allergischen Reaktion z. B. Histamin.

Migräne

Anfallsartiger, pulsierender und halbseitiger Kopfschmerz. Begleitsymptome: z. B. Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit. Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Aura voraus: Es kann zu optischen Wahrnehmungsstörungen, aber auch zu motorischen Störungen kommen.

Morbus Crohn

Chronisch entzündliche Darmerkrankung. Nach neuesten Erkenntnissen können Nahrungsmittel solche Entzündungen verstärken, zum Beispiel durch eine verzögerte Nahrungsmittelallergie vom Typ III.

N

Nahrungsmittelallergie

Durch das Immunsystem vermittelte Reaktion gegen Nahrungsmittel, die normalerweise harmlos sind.

Nahrungsmittelunverträglichkeit

Alle Reaktionen, die nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln zu Beschwerden führen.

Neurodermitis

Siehe atopische Dermatitis.

O

Oral

Durch den Mund.

P

Patch-Test

Siehe Epikutan-Test.

Pneumologie

Lungenheilkunde.

Pollen

Blütenstaub.

Pollinose

Allergische Erkrankung, die durch Pollen hervorgerufen wird.

Präbiotika

Meist Kohlenhydrate, die unverdaulich sind, aber das Wachstum erwünschter Darmbakterien fördern und so positiv auf die Darmflora wirken.

Prävention

Vorbeugung.

Pricktest

Hauttest zum Nachweis allergischer Sofortreaktionen.

Provokationstest

Provokation von Krankheitssymptomen durch gezielte Reize, z. B. Allergene. 

Probiotika

Mikroorganismen, denen eine positive Wirkung auf die Darmflora nachgesagt wird.

Prophylaxe

Vorbeugung.

Pseudoallergie

Allergieähnliche Reaktion, ohne Beteiligung des Immunsystems.

Psoriasis

Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine nicht-ansteckende Autoimmunkrankheit. Hauptsymptome sind scharf begrenzte, rote, schuppende und zum Teil juckende Hautstellen.

R

RAST

Radio-Allergo-Sorbent-Test, Bluttest zum Nachweis einer Allergie (IgE-Antikörper).

Reizdarmsyndrom

Störung, bei der Durchfälle, Verstopfung, Bauchschmerzen, Blähungen und andere Darmprobleme auftreten. Nach dem heutigen Stand der Forschung hat das Reizdarmsyndrom viele Ursachen, z. B. Fruktose-Malabsorption.

Rheumatische Erkrankungen

Krankheiten im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates, die nicht durch eine Verletzung oder durch Tumorerkrankungen ausgelöst worden sind. Bei vielen rheumatischen Erkrankungen kommt es zu einer Störung des Immunsystems: körpereigenes Gewebe wird bekämpft.

Rhinitis

Allergischer Schnupfen, laufende Nase.

Rhinokonjunktivitis

Allergischer Schnupfen, laufende Nase, welche von einer Bindehautentzündung begleitet werden.

S

Scratch-Test

Hauttest zum Nachweis allergischer Sofortreaktionen.

Sensibilisierung

Zustand des Immunsystems nach dem ersten Allergenkontakt. Es werden Antikörper gebildet, aber es kommt zu keiner allergischen Reaktion. Diese folgt erst beim erneuten Allergenkontakt.

Spannungskopfschmerz

Leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen. Dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz. Beginnt häufig im Nacken und breitet sich langsam über den ganzen Kopf aus.

Subkutan

Unter die Haut.

T

Topisch

Örtlich.

Toxisch

Giftig.

Trigger

Auslöser.

U

Urtikaria

Nesselsucht, Hautausschlag.

V

Verzögerte Nahrungsmittelallergie

Typ III-Allergie, IgG-vermittelt. Nahrungsmittel führen zu einer verzögerten Immunreaktion, die nach Stunden bis Tagen Beschwerden hervorruft.

Z

Zöliakie

Chronische Erkrankung des Dünndarms, die durch eine Unverträglichkeit gegen Gluten zustande kommt. Wichtigste Symptome: Durchfall, Blähbauch, Gewichtsverlust und Übelkeit.

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