Immunglobuline – Immunglobulin G

Definition

Im menschlichen Blut sind viele Proteine (Eiweiße) enthalten, die so genannten Plasmaproteine. Sie erfüllen im Körper ganz unterschiedliche Aufgaben. Den größten Anteil (etwa 60%) machen die Albumine aus. Sie transportieren Stoffe durch das Blut, sorgen für eine ausgewogene Verteilung zwischen Flüssigkeiten innerhalb und außerhalb von Zellen und steuern das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut. Die restlichen ca. 40% der Plasmaproteine bestehen aus den Globulinen. Auch sie erfüllen ganz unterschiedliche Aufgaben, sind z.B. für die Blutgerinnung und den Transport von Stoffen notwendig. Ihre Hauptaufgabe besteht jedoch in der Abwehr von Fremdkörpern, die von den Immunglobulinen geleistet wird, die auch Gammaglobuline oder Antikörper genannt werden.

Antikörper haben eine Y-Form und können körperfremde Substanzen (meist Eiweiße von Bakterien, Viren oder Pilzen) erkennen, binden und unschädlich machen. Daran sind auch weitere Zellen des Immunsystems beteiligt, z.B. T- und B-Lymphozyten. Immunglobuline (oder Gammaglobuline) sind mitunter erhöht bei Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Leberzirrhose. Niedrige Werte können z.B. bei einer Blutvergiftung, Schilddrüsenunterfunktion oder nach Chemo- und Strahlentherapien auftreten.

Antikörper werden in unterschiedliche Klassen eingeteilt:

  • Immunglobulin G (IgG) macht den Großteil (75%) aller Immunglobuline aus und gehört somit zu den wichtigsten Abwehrstoffen im Blut. In den Plasmazellen des spezifischen Immunsystems wird das IgG gebildet. Dieses Immunglobulin zirkuliert sowohl im Blut als auch in Körpersekreten, erkennt und markiert körperfremde Stoffe, vor allem Eiweiße. Dadurch „verschlucken“ bestimmte Zellen des Immunsystems (Leukozyten) die Fremdkörper. IgG unterstützt auch das Komplementsystem bei der „Auflösung“ körperfremder Stoffe. Bei einer schwangeren Frau passieren IgG Immunglobuline in den letzten Wochen vor der Entbindung die Plazenta und gelangen so über die Nabelschnur aus dem Blut der Mutter in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes. So ist das Kind nach der Geburt durch Antikörper der Mutter vor Krankheitserregern geschützt. Man spricht vom „Nestschutz“ des Neugeborenen während der ersten Lebensmonate. Durch IgG-Antikörper können auch Reaktionen auf Nahrungsmittelbestandteile (Eiweiße) vermittelt werden. Bei manchen Symptomen wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden kann es unserer Meinung nach ratsam sein, auf IgG-reaktive Lebensmittel unter therapeutischer Beratung und Anleitung im Einzelfall für einen begrenzten Zeitraum zu verzichten. Verzögerte Immunglobulin-G-(IgG)-Nahrungsmittelallergien sind schuldmedizinisch nicht anerkannt.Weitere Informationen zu IgG-vermittelte Immunreaktionen auf Lebensmittel finden Sie hier!
  • Immunglobulin E (IgE) – kommt auf den Zellmembranen mancher Zellen vor und steuert die Freisetzung des Entzündungs-Botenstoffs Histamin bei einer Allergie.
  • Immunglobulin M (IgM) – ist ein „Sofort-Antikörper“, und „Schnellstarter“ sobald ein fremder Erreger in den Organismus gelangt.
  • Immunglobulin A (IgA) – wird gebildet zur Abwehr von Fremdstoffen in Schleimhäuten von Mund, Bronchien, Magen, Darm und Genitalien.
  • Immunglobulin D (IgD) – kommt in sehr geringen Mengen vor, unterstützt IgM (z.B. bei IgM-Mangel).

Die obigen Darstellungen erheben keinen Anspruch auf medizinwissenschaftliche Vollständigkeit, sondern sollen komplexe Zusammenhänge vereinfacht darstellen.

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