Eine hormonelle Dysbalance

durch Messung der Steroidhormone bestimmen

Herkömmlicherweise werden Steroidhormone aus Blut bestimmt. In der Komplementärmedizin gibt es darüber hinaus den Ansatz der Analyse aus Speichel. Mehr zu diesem Verfahren lesen Sie hier.

Die Symptome hormoneller Dysbalancen wie z. B. Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Libidoverlust, Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen, sind für viele Patienten schlecht greifbar. Häufig wird Stress als vage Beschreibung der Ursache genannt. In der Stressdiagnostik spielen Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin GABA und Glutamat sowie Cortisol und DHEA eine wichtige Rolle. Neben den beiden zuletzt genannten Markern unterliegen allerdings auch die Spiegel anderer Steroidhormone dem Einfluss einer anhaltenden Stressbelastung. Steht Stress als Auslöser der Beschwerden im Verdacht, kann also die Bestimmung der Sexualhormone Progesteron, Testosteron, Estradiol und Estriol sinnvoll sein.

Steroidhormone haben psychogene Wirkung

Symptome und Beschwerden, die aufgrund von chronischem Stress entstehen können, können auf einer Verschiebung der Syntheseraten der unterschiedlichen Steroidhormone basieren: Wird aus der gemeinsamen Vorstufe Pregnenolon über eine längere Zeitspanne hinweg primär das Stresshormon Cortisol gebildet, erschöpft sich hierdurch der Vorrat an Substraten zur Produktion der Sexualhormone. Neben reproduktiven Funktionen haben diese aber positive Effekte z. B. auf die Psyche, die Kognition, den Schlaf und das Schmerzempfinden.

Ausführliche Informationen zu chronischem Stress und seinen Folgen für die Gesundheit inkl. Labordiagnostik und Therapiemöglichkeiten finden Sie hier.

Hormonelle Dysbalance kann zu folgenden Symptomen führen

In der folgenden Tabelle werden die wesentlichen beteiligten Botenstoffe möglichen Symptomen zugeordnet. Je nach Schwerpunkt der Beschwerden kann eine Überprüfung der Steroidhormone und/oder der Stressbotenstoffe sinnvoll sein.

Hormonelle Verschiebung

Die Ursachen sind vielfältig

Unter anderem gehören dazu:

  • Chronischer Stress
  • (Post)Menopause
  • Hormonumstellung aufgrund des Alters
  • Mangel an für die Synthese notwendigen Nährstoffen
  • Umwelteinflüsse
  • Medikamente, Zufuhr von Xeno-Hormonen

Wichtige Steroidhormone

Progesteron wird in den Fortpflanzungsorganen und – zu weit geringerem Anteil – in der Nebennierenrinde aus Cholesterin gebildet und ist eine wichtige Vorstufe zur Synthese weiterer Hormone wie Estradiol, Testosteron und Cortisol.  Ein Mangel kann daher zu Störungen des gesamten Hormonstoffwechsels führen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter erfüllt es die Rolle des Schwangerschaftshormons und ist stark zyklusabhängig.

Die Progesteron-Spiegel von Männern entsprechen etwa jenen von Frauen nach den Wechseljahren.

Neben seiner Funktion als Geschlechtshormon wirkt Progesteron auch im zentralen Nervensystem; hier fördert es den Schlaf und das Erinnerungsvermögen, schützt vor Ängsten, Depression und Unruhe und kann demenziellen Erkrankungen vorbeugen.

Hinreichend hohe Progesteron-Spiegel können sich günstig auf den Blutzucker-Spiegel, den Fettstoffwechsel, die Funktion der Schilddrüse und den Blutdruck auswirken.

Testosteron ist ein Sexualhormon, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen an der Regulation zahlreicher Stoffwechsel-Prozesse, der Entwicklung und Ausprägung körperlicher Merkmale sowie der Steuerung des Verhaltens beteiligt ist. Sein Wirkungsspektrum geht also weit über die Funktion als „männliches“ Sexualhormon hinaus. Die Konzentration in Blut und Speichel ist bei Frauen deutlich niedriger als bei Männern.

Im männlichen und weiblichen Körper fördert Testosteron die Knochendichte und regt die Bildung von Knorpelgewebe an. Daneben stimuliert es den Aufbau und die Trainierbarkeit der Muskulatur, steigert die Muskelkraft und die Produktion roter Blutkörperchen. Zahlreiche Veröffentlichungen weisen zudem positive Effekte auf den Glukose-Stoffwechsel und die Konzentration der Blutfette nach, die der Entstehung von Insulinresistenz bzw. Fettleibigkeit entgegenwirken können. Bei beiden Geschlechtern fördert Testosteron das sexuelle Verlangen.

Der Testosteronspiegel unterliegt einem circadianen Rhythmus; üblicherweise zeigt der Verlauf morgens sein Maximum. Ab dem vierzigsten Lebensjahr sinken die Testosteronwerte sowohl bei Männern als auch bei Frauen langsam aber stetig ab.

Die Effekte von Testosteron auf die Psyche werden gegenwärtig genauer erforscht. Fest steht, dass die Testosteron-Spiegel – sowohl bereits jene im Mutterleib auf den Fötus einwirkenden als auch die momentan vorhandenen – das Verhalten beider Geschlechter beeinflussen. Neueren Erkenntnissen zufolge ist Testosteron durchaus nicht einseitig mit aggressivem Verhalten, Dominanzstreben und Triebhaftigkeit konnotiert, sondern es fördert ebenfalls Eigenschaften wie Empathie, Aufmerksamkeit und Kognition und kann eine Schutzfunktion gegen Depressionen vermitteln. Zudem unterstützt es Wachheit, inneren Antrieb und Stressresistenz. Während Kraftsport und ausreichend Schlaf den Testosteron-Spiegel leicht anheben können, zeigen gestresste oder stark übergewichtige Personen häufig verminderte Konzentrationen. Mehr zum Thema Stress und Stressdiagnostik erfahren Sie hier.

Estradiol (deutsche Schreibweise Östradiol) ist das wirksamste weibliche Geschlechtshormon aus der Gruppe der Östrogene.

Bei Männern und Frauen beeinflusst es den Knochen- und Fettstoffwechsel, das Immunsystem, die Schleimhäute und die Funktion der Talgdrüsen der Haut.

Estradiol ist als „Neurosteroid“ darüber hinaus im Gehirn aktiv und wirkt sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten, Stimmungslage, Libido und die psychische Stabilität aus.

Das Steroidhormon Estriol gehört ebenfalls zu den Östrogenen. Es liegt in höheren Konzentrationen vor als Estradiol, hat jedoch eine weitaus schwächere Wirkung und nur geringen Einfluss auf den Ablauf des Zyklus. Ein starker Estriol-Anstieg ist allerdings während der Schwangerschaft nachweisbar, da der Mutterkuchen (die Plazenta) und der Fötus große Mengen dieses Hormons produzieren.

Estriol ist bei beiden Geschlechtern essentiell für den Funktionserhalt aller Körperschleimhäute; so hat es beispielsweise eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Urogenitaltrakts, des Verdauungssystems und der Gelenke, da es die Regeneration und Versorgung der entsprechenden Schleimhäute fördert.

Indikation
Beteiligte Botenstoffe
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
  • Serotonin, Progesteron, Testosteron, Östrogene, Noradrenalin
  • Schlafstörungen
  • Serotonin, Cortisol, Progesteron, Testosteron, Östrogene
  • Leistungsfähigkeit
  • Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Testosteron
  • Depression
  • Serotonin, Östrogene, Progesteron
  • Libidoverlust
  • Serotonin, Adrenalin, Testosteron, Östrogene
  • Kopfschmerzen
  • Serotonin, Dopamin, Östrogene, Testosteron, Progesteron
  • Gehirnfunktion, Gedächtnis, Konzentration
  • Dopamin, Progesteron, Testosteron, DHEA, Noradrenalin, Adrenalin
  • Blutdruck/Herz-Kreislauf-System
  • Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Progesteron, Östrogene, Testosteron
  • Immunsystem
  • Serotonin, Cortisol, DHEA, Östrogene
  • Körpergewicht
  • Östrogene, Cortisol, Testosteron, Adrenalin

Die Hormonbestimmung bei CTL

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  • Experten-Beratung zu Befundinterpretation und Therapie
  • Verschiedene Hormonprofile passend für individuelle Indikationen
  • Bestimmung aus Speichel und damit der biologisch wirksamen Fraktion – mehr Informationen zu den Vorteilen der Hormonbestimmung aus Speichel finden Sie hier
  • Stressparameter mit dem NeuroSpot-Test als ergänzende Diagnostik

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