Depressive Frau

Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Depression: Wenn chronischer Stress auf die Seele schlägt

Stress ist für viele von uns ein guter Bekannter. Jede Menge Verpflichtungen, zu viel Arbeit, ein randvoller Terminkalender, kein Wunder, wenn wir da manchmal aus dem Tritt kommen. Und dauert dieser Stress an, kann er unangenehme Folgen haben – für den Körper, aber auch für die Psyche: Gestresste Menschen reagieren häufig gereizt, sind antriebslos, können sich schlecht konzentrieren, wälzen sich nachts hin und her; manch einer reagiert unter anderem sogar mit depressiven Verstimmungen und Depressionen.

Wie Stress Entzündungen verursachen, Serotonin ins Ungleichgewicht bringen – und wie ein Labortest dem Therapeuten helfen kann

Was nicht selten als subjektive Befindlichkeit abgetan wird, hat allerdings „handfeste“ Gründe: Denn Stress aktiviert zum Beispiel das Immunsystem und kann es dazu anregen, eine Entzündung einzuleiten. Ursprünglich war das eine durchaus clevere Erfindung der Natur. Denn in früherer Zeit bedeutete Stress Gefahr für Leib und Leben. Wurde man verletzt, waren erhöhte Entzündungsparameter sinnvoll, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Heutzutage ist eine Entzündungsreaktion meist nicht nur überflüssig, sondern sogar kontraproduktiv.

Welche Rolle spielt Serotonin?

Was passiert, wenn wir permanent unter Druck stehen? Dann kann eine stressbedingte Entzündung chronisch werden, den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und insbesondere die Produktion von Serotonin beeinträchtigen.

Dieses Serotonin – gerne auch Glückshormon genannt – ist ein Botenstoff, der für unseren Gefühlshaushalt zuständig ist. Es sorgt für gute Laune, beflügelt unsere Motivation und unterstützt dabei, mit belastenden Situationen besser umzugehen. Das Ganze funktioniert ebenso umgekehrt: Bei einem Serotoninmangel fällt es uns schwerer, Herausforderungen zu bewältigen.

Wie kommt dies zustande? Der Körper braucht Tryptophan, um Serotonin herzustellen. Tryptophan, das wir mit unserer Nahrung aufnehmen, ist jedoch auch erforderlich, um Entzündungen zu bekämpfen. Und diese Entzündungsbekämpfung hat Vorrang vor der „Stimmungsaufhellung“. So ist es zu erklären, dass chronischer Stress und chronische stressbedingte Entzündungsprozesse auf lange Sicht zu erheblichen Verstimmungen führen und auch Depressionen mitverursachen können.

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Stress und Depressionen

Zwar sind die genauen Hintergründe und Ursachen von Depressionen einzelfallabhängig und nicht immer klar erkennbar, doch man konnte bei von Depressionen und depressiven Verstimmungen Betroffenen auch erhöhte Entzündungswerte nachweisen. Ein Indiz dafür, dass eine anti-entzündliche Therapie Linderung und/oder Abhilfe schaffen könnte.

Die gute Nachricht: Gegen stressbedingte Entzündungen lässt sich einiges tun, etwa durch gezieltes Stressmanagement, eine optimale Ernährung und die richtige Therapie. Bestimmte Stoffe, die auf Stress hinweisen, kann man im Labor testen. Denn wenn Sie dauerhaft zu sehr gefordert sind, hat dies nicht nur Einfluss auf das Serotonin, sondern auch auf eine Reihe weiterer Hormone, die für unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit wichtig sind, z. B. Cortisol und Adrenalin. Ein Zuviel oder Zuwenig dieser Stoffe kann etwa zu Schlafstörungen, innerer Unruhe, Konzentrationsproblemen und Vergesslichkeit führen. Auch Überforderung, Lustlosigkeit, Stimmungsschwankungen und Depressionen können mitverursacht werden. Kurz, unser Körper kann im Dauerstress durchaus seelische Probleme hervorrufen.

Gut zu wissen: Die Bestimmung der Stoffe, die möglicherweise diese Störungen mitverursachen, kann Ihrem Arzt oder Therapeuten Hinweise geben, welche therapeutischen Maßnahmen durchzuführen sind und wie man dieses Ungleichgewicht beseitigen kann. Häufig gibt es auch sanfte, naturheilkundliche Therapieansätze – eine vielversprechende Perspektive.

Mehr zum Stresstest aus dem Labor erfahren Sie hier.

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