Die Darm-Hirn-Achse

Die Nervenzellen im Gastrointestinaltrakt bilden ein komplexes Geflecht, weshalb man auch vom Enterischen Nervensystem (ENS) oder „Bauchhirn“ spricht. Über den Vagusnerv, aber auch über das Mikrobiom, das Immunsystem und andere Botenstoffe findet ein direkter Informationsaustausch mit dem Zentralen Nervensystem (ZNS) statt. Allerdings wird die kognitive Leistung, die zum Denken und Handeln notwendig ist, allein im Gehirn vollbracht. Der Anteil des „Bauchhirns“ liegt in der Zur-Verfügung-Stellung von Informationen über den körperlichen Zustand, die durchaus Denken, Emotionen und schließlich Handeln beeinflussen.

Depression aufgrund von Darmstörungen?

Leaky Gut, Darmentzündungen und eine gestörte Verdauung sind häufige Folgen von chronischem Stress. Diese Informationen werden an das ZNS übermittelt und können dort emotionale und psychische Auswirkungen haben. So ist ein gesunder Darm entscheidend für das psychische Wohlbefinden. Ein besonderes Augenmerk sollte somit bei jeder Stresstherapie auf der Darmgesundheit mit ausgeglichenem Darmmilieu liegen.

Dysbalance der Stressbotenstoffe

Hier ergeben sich folgende differentialdiagnostische Ansatzpunkte

Anhand des individuellen Befundes sowie der Klinik des Patienten, obliegt es dem Ermessen des behandelnden Therapeuten, ob und welche der aufgeführten Möglichkeiten angeraten ist.

Abklärung sinnvoll beiLabordiagnostikProbenmaterialParameter
  • IgG-Nahrungsmittelallergie/ chronische Entzündung
  • ImuPro*
  • Serum
  • Spezifische IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel
  • Histamin-Intoleranz
  • Histamin-Intoleranz-Test
  • Serum
  • Diaminoxydase-Konzentration
  • Dysbalance der Mikrobiota
  • Stuhl PCR
  • Stuhl
  • Akkermansia muciniphila und Faecalibacterium prausnitzii

* Bei ImuPro handelt es sich um ein Konzept der Komplementärmedizin.

Zur Synthese der Neurotransmitter sind bestimmte Mikronährstoffe und Aminosäuren als Cofaktoren erforderlich. Umgekehrt führt Stress oft zu gastrointestinalen Störungen. Ein Mangel an Neurotransmittern kann entsprechend auf Resorptionsstörungen beruhen. Die Darmgesundheit spielt also eine Rolle bei der Therapie von Stress und Störungen im Neurotransmitterhaushalt.

Serotonin ist entscheidend für die neuroendokrine Balance der Stressbotenstoffe. Entzündungen, wie sie z. B. möglicherweise durch stark erhöhte IgG-Werte gegen Nahrungsmittel im Blut ausgelöst werden können, beeinträchtigen den Serotonin-Haushalt. Bei Serotonin-Mangel ist es deshalb sinnvoll, die Ursachen der Entzündungen zu beseitigen und die Darmgesundheit wieder herzustellen.

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Nutzererlebnis bieten zu können.