Die wichtigsten Stressbotenstoffe

Serotonin

Serotonin ist entscheidend für den Gefühlshaushalt und die gute Laune. Im Zusammenspiel mit Adrenalin und Dopamin wirkt es stimmungsaufhellend und motivationsfördernd. Die Wirkung von Serotonin ist entspannend, schlaffördernd und antidepressiv. Es senkt die Schmerzschwelle, steuert die Sättigung und reguliert die Darmtätigkeit.

Serotonin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Es muss daher in Gehirnzellen synthetisiert werden. Die Aminosäure Tryptophan wird zunächst zu 5-Hydroxytryptophan oxidiert. Dieses wird dann zu Serotonin umgewandelt. Serotonin ist Vorstufe zu Melatonin, dem sogenannten „Schlafhormon“. Es wird nachts, wenn es dunkel ist, gebildet und ist entscheidend an der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt.

Katecholamine

Versetzen den Organismus in Alarmbereitschaft

Bei Stress findet sofort eine Sekretion der Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) statt. So wird der Organismus kurzfristig in die Lage versetzt, auf die erhöhten Anforderungen der Stresssituation zu reagieren. Der Körper wird in den sogenannten „Fright-Flight-Fight“- Modus versetzt. Diese aus Urzeiten stammende Reaktion des Körpers diente ursprünglich dazu, bei Gefahr schnell zu reagieren und sich entsprechend der Situation blitzschnell entweder für Kampf oder Flucht zu entscheiden.

Dopamin

Regelt das Belohnungssystem und die Motivation

Dopamin ist entscheidend für Koordination, Motorik, Gedächtnis, Lernen, Konzentration sowie die geistige Leistungsfähigkeit. Im Zusammenspiel mit Serotonin wirkt Dopamin stimmungsaufhellend, es reguliert das Belohnungssystem und damit Antrieb und Motivation.

Die Serotoninsynthese

Die Synthese der Katecholamine

Noradrenalin und Adrenalin

Ermöglichen Höchstleistung

Noradrenalin bewirkt eine Steigerung von Blutdruck, Aufmerksamkeit, Wachheit, Konzentration, Leistungsbereitschaft, Motivation und Motorik. Zudem ist es an der Steuerung einer Vielzahl von Hormonen beteiligt.

Adrenalin steigert das Atemvolumen, Blutdruck und Leistung des Herzens. Insgesamt wird so dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung gestellt und die Aufmerksamkeit und allgemein die geistige Aktivität und die Motivation gesteigert. In der Skelettmuskulatur wirkt es vasodilatatorisch (erhöhte Versorgung). Außerdem wird durch gesteigerte Lipolyse und Glukoneogenese der Blutzuckerspiegel erhöht und so den Muskeln und dem Gehirn kurzfristig mehr Energie zur Verfügung gestellt. Andererseits hemmt es die Insulinsekretion, die Verdauung und die Libido.

Cortisol

Reguliert die Stressreaktion

Eine bedeutende Funktion von Cortisol ist die Aktivierung des Stoffwechsels, um Energiereserven zu mobilisieren. Durch Förderung der Gluconeogenese wird der Blutzuckerspiegel erhöht; durch Förderung der Lipolyse steigen die Triglyceride im Blut. Auch der Abbau von Proteinen aus Muskelgewebe wird stimuliert.

Cortisol wirkt antiproliferativ, analgetisch, immunsuppresiv und antiinflammatorisch. Die vielfältige Wirkung von Cortisol umfasst weiterhin die Steigerung des Appetits sowie die Veränderung der emotionalen Empfindlichkeit.

Die Produktion von Cortisol aus Cholesterin findet in der Nebennierenrinde statt und unterliegt einem zirkadianen Rhythmus. Im Schlaf, während der zweiten Nachthälfte stellt der Körper am meisten Cortisol her, so dass morgens kurz nach dem Aufstehen der Cortisol-Spiegel am höchsten ist. Er fällt dann bis zum frühen Nachmittag schnell und bis zum späten Abend langsam weiter ab. Im Laufe der zweiten Nachthälfte steigt er wieder stark an.

Normaler Cortisol Tagesverlauf

Bei Stress kann dieser Grundrhythmus durchbrochen werden. Bei akutem Stress finden sich erhöhte Cortisol-Werte. Bei chronischem Stress kann die Produktion von Cortisol versiegen  und der Cortisol-Spiegel sinkt unter den Normbereich. Erniedrigte Cortisol-Werte werden z. B. bei Burnout-Syndrom gemessen.

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